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HeiENTEC | Das C-N-P-Verfahren in der modernen Abwasserbehandlung
Kläranlagen gelten heute noch als notwendige Infrastruktur – und als große Stromverbraucher. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Forschung: In unserem Abwasser steckt ein enormes, bislang weitgehend ungenutztes Potenzial.
Die EU hat die Kommunalabwasserrichtlinie (RL 2024/3019, „KARL“) grundlegend überarbeitet und zum 1. Januar 2025 in Kraft gesetzt. Bis Ende Juli 2027 müssen alle Mitgliedsstaaten die neuen Vorgaben in nationales Recht überführen – mit spürbaren Folgen für Betreiber kommunaler Kläranlagen.
Eine aktuelle Studie der Princeton University zeigt: Weltweit werden die Treibhausgas‑Emissionen aus dem Abwassersektor deutlich unterschätzt. Nach neuen Berechnungen fehlen jedes Jahr 94 bis 150 Millionen Tonnen CO₂‑Äquivalente in den offiziellen Klimabilanzen.
Mikroschadstoffe sind winzige, aber wirkungsstarke Substanzen im Abwasser: Sie stammen aus Medikamenten, Kosmetika, Reinigungsmitteln, Pflanzenschutzmitteln oder Industriechemikalien und liegen oft nur in millionstel Gramm pro Liter vor. Dennoch können sie in dieser Konzentration messbare Effekte auf Wasserorganismen haben und die Trinkwasseraufbereitung erschweren.
Die IFAT Munich 2026 rückt die kommunalen Wasserfragen in den Mittelpunkt: PFAS und andere Spurenstoffe, die Umsetzung der neuen EU-Kommunalabwasserrichtlinie, Phosphorrecycling, Energieeffizienz sowie der Schutz kritischer Infrastrukturen stehen ganz oben auf der Agenda. Für Betreiber von Kläranlagen zeichnet sich ab, dass die kommende Dekade von Investitionsentscheidungen geprägt sein wird, die die Anlagen bis 2045 prägen.
Der Wasserkreislauf, wie wir ihn aus der Schule kennen, gerät zunehmend aus dem Takt. Experten fordern, Städte „schwammartiger“ zu gestalten, Moore zu renaturieren, Flüsse zu entlasten und Regenwasser versickern zu lassen